Ausflug auf den Erlebnishof Hatti mit Ziegentrekking

Zum Tagesausflug vom 23. August 2014  auf den Erlebnishof Hatti mit Ziegentrekking hatten sich 16 Kinder vom Bubo-Club angemeldet. Zudem begleitete uns meine Kollegin Fränzi Sieber auf diese Reise. Um 8:45 Uhr besammelten wir uns am Bahnhof Bern. Die Zeit drängte, denn wir wollten den Zug nach Spiez erwischen, doch uns fehlten immer noch 3 Bubos. Na Bravo! Da hatte die Reise noch nicht einmal begonnen und die Suche nach Vermissten ging schon los. Zum Glück stellte sich bald heraus, dass mit den fehlenden Kindern alles in Ordnung war und das tierische Abenteuer konnte beginnen!

Tierbegegnungen bei artgerechter Haltung

Von Spiez brachte uns der Bus nach Aeschi und nach einem kurzen Fussmarsch erreichten wir unser Reiseziel, den Erlebnishof Hatti.

Wir wurden von Frau Thalmann begrüsst. Sie informierte uns kurz über den Hof und teilte uns in zwei Gruppen auf. Als erstes standen Tierbegegnungen an. Was gibt es hier alles für Tiere? Welche Eigenschaften und Bedürfnisse haben diese? Was ist wichtig im Umgang mit ihnen?

Unsere Gruppe besuchte zuerst die beiden Schweine, welche auf dem Hof leben. Neugierig strecken sie uns ihre Nasen entgegen und beschnuppern über die Mauer die vielen Kinderhände. Frau Thalmann zeigt uns das Strohnest, in dem die beiden jeweils schlafen. Einige Kinder wagen sich in den Auslauf zu den Schweinen. Doch mit dem Borsten kraulen und streicheln wurde es nichts. Die beiden halbwüchsigen Schweine zupften immer wieder an den Hosenbeinen der Kinder und schnell wurde klar, wie stark diese Tiere sind. Frau Thalmann erklärt, dass sie ihr Futter noch nicht bekommen haben und deshalb so frech sind.

Nun sollten aber erst einmal die Hühner gefüttert werden. Jedes Kind bekam einen bunten Becher mit Körnchen. Für die Hühner ein bekanntes Spiel. Rasch kamen sie angerannt, gackerten und begannen den Kindern das Futter aus den Bechern zu picken. Für einige der Kinder etwas eine Herausforderung, denn nicht allen schien die grosse Anzahl gefiederter Tiere auf Anhieb sympathisch. Nach dem Füttern begannen die Kinder die Hühner beim Sandbad, Scharren und Flattern zu beobachten. Einige Hühner liessen sich die Federn streicheln oder gar für einen Moment in den Armen halten.

Nach der Begegnung mit den Hühnern führte Herr Thalmann unsere Gruppe auf eine Weide und forderte uns auf, Gräser, Kräuter und Löwenzahn zu pflücken. Mit diesem Mitbringsel gings weiter Richtung Kaninchenstall. Die Kinder setzten sich ruhig auf Stohballen. Sie mussten sich nicht lange gedulden bis die Kaninchen kamen. Während dem Füttern erzählte Herr Thalmann uns, wie anspruchsvoll die artgerechte Haltung von Kaninchen ist und dass diese leider immer noch bei vielen Kaninchenhaltern unterschätzt wird. Wer ein Tier artgerecht halten will, muss dessen Eigenarten und Bedürfnisse kennen. Und wer ein Tier wirklich mag, setzt die eigenen Wünsche dem Tier zuliebe zurück. Dasselbe galt auch für uns hier bei den Kaninchen. Obwohl sie mit ihrem weichen Fell und den langen Ohren zum Knuddeln aussahen, wussten wir spätestens jetzt, dass es keine Schmusetiere sind. Trotzdem kamen einige neugierig zu uns und liessen sich streicheln. Es galt die Regel, dass sie sich jederzeit zurückziehen dürfen.

Ganz besonders freute ich mich auf die Begegnung mit den Ziegen. Zwei von ihnen trafen wir im Melkstand an. Wer hat schon einmal eine Ziege gemolken? Unter der Anleitung vom Fachmann versuchten sich die Bubos dabei. Da eine entspannte Stimmung beim Melken wichtig ist, durfte das Singen nicht fehlen.

Die gewonnene Ziegenmilch wurde für einmal nicht verarbeitet, sondern zum Füttern der beiden Schweine gebraucht. „Falls sich Eure Eltern am Tisch schon einmal übers Schmatzen beschwert haben, könnt ihr ihnen von nun an erzählen, wie es bei der Fütterung von Schweinen tönt…“, meinte Herr Thalmann schmunzelnd und überreichte den Schweinen ihr Frühstück.

Lagerfeuerstimmung am Mittag

Inzwischen machte sich auch bei uns der Hunger bemerkbar.

Wir durften die Feuerstelle und den grossen Spielplatz für die Mittagspause gebrauchen. Um das Feuer wurde gegessen, gelacht und als Höhepunkt Marshmallow gebraten. Dabei musste immer ein waches Auge unsere Rucksäcke vor einer Katze bewachen, welche sich flink alles Essbare schnappen wollte. Einige Kinder tobten sich beim Fussballspielen, Fangen oder Klettern aus, andere putzten die Spielhäuschen.

Das Ziegentrekking

Endlich war es so weit: Das Ziegentrekking konnte beginnen.

„Die Ziegen kommen gerne mit uns auf einen Spaziergang, weil sie wissen, dass sie ab und zu an den Büschen fressen dürfen. Das gehört dazu. Lasst sie ruhig etwas fressen!“, erklärte Herr Thalmann.

Immer zwei Kinder führten zusammen eine Ziege. Ein Seil rechts und ein Seil links am Halsband befestigt. An der Spitze die beiden grössten und kräftigsten Ziegen mit je einem Packsattel auf dem Rücken.

Fröhlich hüpften die Ziegen zielstrebig zu den nächsten Büschen. Sie gönnen sich hier und da einen Leckerbissen, während die Kinder an den Seilen hinterher folgten. Ein Junge wurde auch mal schwungvoll bäuchlings mitgerissen. Ich selbst machte das Schlusslicht und sah mir das Geschehen von hinten an. Ein wahrhaftes Schauspiel! …ich konnte nicht anders und musste lachen!

Nach einiger Zeit, hatte sich die erste Aufregung gelegt und die Kinder durften nun auch mitbestimmen, in welchem Tempo und wo es lang ging.

Ziegen sind Wiederkäuer. Das heisst, dass es sich die Ziegen nach unserem Trekking irgendwo im Auslauf bequem machen werden und das Gefressene gemächlich ein zweites Mal durchkauen.

Die Hochzeitsgesellschaft und der erfolgreiche Endspurt

Viel zu schnell verfolg die Zeit auf dem Erlebnishof Hatti. Um den Ausflug erfolgreich zu beenden, wollten wir frühzeitig an der Bushaltestelle sein. Und da kam Sie: eine Hochzeitsgesellschaft. Ein wunderschön geschmücktes Auto nach dem andern fuhr hupend die kurvige Strasse hoch und es schien kein Ende zu haben. Auch das Warten auf den Bus schien kein Ende zu haben. Langsam aber sicher verliess mich die Freude an den Hochzeitstäfeli. Ich musste die Eltern informieren, dass wir uns wohl verspäten werden. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, wie schnell die Bubo-Kinder durch den Bahnhof Spiez rennen können… Wir schafften es auf den Zug und erreichten Bern pünktlich.

Ich könnte mir vorstellen, dass es an diesem Abend auch bei den Bubo-Kindern noch einiges von diesem Ausflug „wiederzukäuen“ gab. Das war durchaus ein lehrreicher und abenteuerlicher Tag!

Ein herzliches Dankeschön geht an die Familie Thalmann, die uns diesen besonderen Tag auf ihrem Hof verbringen liess. Es war spannend, mehr über die Eigenschaften und Bedürfnisse der Hoftiere zu erfahren und wir fühlten uns willkommen.

Rahel Gubler, Leitung Berner Jugendtierschutz