Bubos beim Mantrailing

Der Bubo-Club besucht Hunde beim Mantrailing


Schnüffelteppiche basteln

„Die Hundenase“ war bereits im Mai das Thema an einem Anlass vom Bubo-Club. Elf Kinder trafen sich damals an einem Mittwoch Nachmittag im Tierheim Oberbottigen zum Basteln. Aus vielen bunten Fleece-Streifen knüpften wir mit emsiger Ausdauer Schnüffelteppiche. Dazu unterhielten wir uns zu allerlei tierischen Themen und natürlich über die faszinierende Leistung der Hundenase. Kaum waren die ersten Schnüffelteppiche fertig, versteckten wir darin Hundekekse. Die Hunde der Tierpflegerinnen zeigten uns, wie verschieden ihre Techniken sind, ans Futter zu kommen. In einem waren sich alle Hunde einig: Schnüffeln macht Spass!

Hunde beim Mantrailing
Am Samstag, 12.August 2017 durften 16 Kinder vom Bubo-Club Hunde bei der Nasenarbeit beobachten. Die Vorfreude und Neugier war bereits bei der Anreise spürbar.
Colette Weill empfing uns bei leicht bedecktem Wetter in Bern Bümpliz. Die Luft war durch den Regen am Vortag noch feucht und die Temperatur nicht allzu heiss. „Optimale Voraussetzungen, für die Nasenarbeit der Hunde“, erklärte Colette.
Der Begriff Mantrailing stammt aus dem Englischen: „man“ = Mensch und trailing = verfolgen. Jeder Mensch hat seinen ganz persönlichen Geruch. Dieser Geruch ist einzigartig wie ein Fingerabdruck und eine Mischung aus Hautschuppen, Schweiss, Hormonen, …usw. Hunde können diesen Individualgeruch aus allen anderen Dürften der Umgebung erschnüffeln und bis zwei Tage später dieser Spur folgen. Eine unglaublich faszinierende Leistung!

Das Dedektiv-Spiel konnte beginnen!
Colette erzählte uns von einer vermissten Frau. Sie habe ein Papiertaschentuch bekommen, welches im Bett unter dem Kopfkissen dieser Frau gelegen habe.
Christine und ihre Hündin Mara (ein ehemaliger Hund aus dem Tierheim Oberbottigen) machten sich bereit, nach dieser vermissten Person zu suchen. Nur kurz schnupperte Mara am Taschentuch und machte sich danach ohne zu zögern auf den Weg zurück zum Bahnhof.
Wir durften die beiden bei der Suche begleiten. Ein Mädchen kam zu mir und meinte: „Ich bin ganz aufgeregt! Was ist wohl mit der vermissten Person? Ob sie nett ist?“ Mit einem Augenzwinkern verriet ich, dass diese Frau nicht wirklich vermisst wird, sondern sich fürs Training der Hunde versteckt hat. Souverän führte Mara Christine beim Bahnhof durch eine Unterführung. Hier sind immer viele Menschen unterwegs und dementsprechend mussten auch jetzt sehr viele verschiedene Gerüche vorhanden sein. Doch Mara führte uns gekonnt durch das Quartier zu einem Tearoom. Die vermisste Person sass dort bei einem Kafffee und hatte für Mara eine leckere Belohnung dabei.
Während wir vor dem Tearoom die Suche noch einmal kurz besprachen, erreichte ab und zu eine kleine Kaffeeduftwolke meine Nase und ich fragte mich beeindruckt, was Mara mit ihrer Hundenase wohl gerade alles riecht.

Übung macht den Meister
Bis ein Hund das Mantrailing so beherrscht wie Mara, braucht es viel Training. In einem ersten Schritt dürfen die Hunde beim Versteckspiel noch zuschauen. Wenn diese Übung gut klappt, entfernt sich die Person etwas weiter. Erst ist das Versteck nur um die Ecke, dann z.B. hinter einer Mauer, so dass die Person nicht mehr sichtbar ist. Nicht alle Hunde merken sofort, dass es beim Mantrailing darum geht, die Nase einzusetzen. Die Suchen werden immer etwas schwieriger, immer dem Ausbildungsstand vom Hund angepasst.
Barbara und ihr Rüde Shane führten uns die ersten Ausbildungsschritte vor. Für Shane inzwischen eine leichte Übung. Er ist bereits einige „Levels“ weiter in seiner Ausbildung.
Beim Mantrailing bleiben die Hunde immer an einer langen Leine, welche meist an einem Brustgeschirr befestigt wird. Der Zug auf das Halsband würde beim Suchen unnötig stören.

Versteckspiel mit Kindern
Während dem Znüni verteilte Colette einem Jungen und einem Mädchen sterile Gazen, welche die beiden für einen Moment unter ihrem Pulli direkt auf die Haut legten. Danach kamen die Gazen je in ein Plastiksäckli und waren bereit für ihren Einsatz.
Frisch gestärkt von Zopf und Schoggi, liess sich nun der Junge zusammen mit drei weiteren Kindern von Colette in ein Versteck bringen. Die Kinder bekamen ein Funkgerät und blieben so mit uns in Verbindung. Spannung pur!
In kleinen Gruppen durften alle Kinder einmal in die Rolle der vermissten Personen schlüpfen und in einem Versteck auf die Rettung der Hunde warten.
Der Setterrüde Jazz von Barbara war so schnell unterwegs, dass die lange Leine ab und zu als Bremse dienen musste. Er zeigte uns auf seinem rasanten Trail, wie er bei der Suche immer die neuste, jüngste Spur erkennen und folgen konnte.
Vor einer Suche hatten wir keinen Geruchsträger in Form einer Gaze. Was nun? Wo könnte es nach diesem Kind riechen? Es hatte weder Kleidungsstück noch Rucksack oder sonst einen persönlichen Gegenstand zurück gelassen. Das Kind war heute Morgen mit dem Auto angereist. An diesem Autositz konnte nun Olive, die kleine Hündin von Colette, den Individualgeruch aufnehmen und der Spur folgen. Gefunden haben wir zum Glück alle Kinder wieder.

Debriefing
Bei einem Blick auf die Uhr mussten wir feststellen, dass es bereits Zeit war für das Debriefing. Im Halbkreis wurde erst besprochen, was überhaupt ein Debriefing ist und danach wurde der heutige Vormittag ausgewertet. Einige Kinder meldeten sich zu Wort:
„Es war spannend und ich habe viel über das Training mit den Hunden gelernt.“
„Mir hat es gefallen!“
„Die Suchen der Hunde war super und auch das Funken fand ich toll.“

Ein ganz herzliches Dankeschön an Colette mit ihren Hunden Olive und Pepita, Christine mit Mara, Barbara mit Shane und Jazz und Yvonne, welche sich für die Vorführung von einem Mantrailing im Tearoom versteckt hat. Das war ein tierisch guter Vormittag mit euch!

Hier einige Impressionen:

Gruppenbild

Geruchsprobe

Suchen

Belohnung

Suchhund Mara