Die Bubos im Papiliorama

Diesen Sommer tauchen wir wieder mal in die faszinierende Welt der Schmetterlinge, fremdartigen Pflanzen, schwülen Wärme und geheimnisvollen Nachttiere mit all ihren Geräuschen und Gerüchen ein.

Ein Besuch im Papiliorama (www.papiliorama.ch) in Kerzers steht auf dem Programm. Die Anreise ist gemütlich, gibt es doch direkt vor dem Papiliorama eine Haltestelle. Zur Unterstützung sind Uschi Heiniger und Delia Schweizer mit dabei. Wir haben eine Führung im Papiliorama und Nokturama gebucht. Wir treten hintereinander durch die Schleuse aus Plastikpanels, sogleich umfängt uns die schwüle Wärme eines Tropenwaldes. Gleich zu Beginn der Führung können wir die verschiedenartigsten Puppen bewundern. Wie exotische und fremdartige Schmuckstücke hängen sie in einem Schaukasten. Wer etwas Geduld hat, kann einem Schmetterling oder Falter beim Schlüpfen zusehen. Die frisch geschlüpften, doch noch ziemlich zerknittert aussehenden Schmetterlinge werden von einem Pfleger vorsichtig an einen der nahestehenden Bäume gesetzt. Dort können sie sich fertig entfalten und trocknen. Erst dann sind sie flugfähig. Gleich daneben können wir in einem Raum verschiedene Arthropoden (Gliederfüsser) bestaunen. Riesige Heuschrecken, Käfer, Skorpione, haarige Spinnen. Die Kinder schwanken zwischen Bewunderung, Faszination und Gruseln. Weiter geht es durch die dschungelartige Landschaft. Immer wieder gibt es Neues zu entdecken, über 1000 Schmetterlinge und mehr als 60 tropische und subtropische Schmetterlingsarten aller Grössen, Farben und Formen tummeln sich hier. Sie stammen aus den Philippinen, Malaysia, Tansania und Costa Rica. Sehr viele Arten vermehren sich im Papiliorama selber, so entdecken wir auch viele Eier und verschiedenartige Raupen. Auch Nektarvögel, die sich mit ihren zierlichen Schnäbeln Nahrung aus den für sie aufgehängten Behältern holen, fliegen um uns herum. Einigen Bubos wird es langsam zu warm, die Nähe eines kleinen Wasserfalls verspricht etwas Erfrischung. Weiter geht es auf verschlungenen Pfaden. Ein Highlight ist eine Familie Zwergwachteln. Bei den Jungtieren bekommt das „Zwerg“ eine ganz neue Bedeutung. Sie sind winzig! Aufgeregt flitzen sie auf dem Weg herum, ohne zu ahnen, dass man es wohl kaum merken würde, wenn man aus Versehen auf eins treten würde. Die Mutter rennt aufgeregt herum und versucht ihre Schar zusammen zu halten. Die Rettungsversuche der Kinder führen eher noch zu mehr Verwirrung. Erst als wir alle ganz viel Platz machen, findet das Grüppchen wieder zusammen und verschwindet im Unterholz. Weiter geht es ins Nokturama wo nachtaktive Tiere aus den amerikanischen Tropen wohnen, ein spezielles Dacht filtert das natürliche Tageslicht, so dass im Innern die Stimmung wie bei einer Vollmondnacht herrscht. Das düstere Licht und der beissende Geruch der Tiere ist zuerst gewöhnungsbedürftig. Einige der Kinder rümpfen ihre Nase, nehmen sie doch Gerüche noch viel intensiver war, als wir Erwachsenen. Unsere Führerin zeigt uns mit der Taschenlampe gezielt wo sich die Tiere aufhalten. Viele hätten wir sonst gar nicht gesehen. Dort hängt ein Faultier, weiter drüben hat eines ein Jungtier dabei. Die Wickelbären sitzen in ihren Ästen, Nachtaffen tollen herum, unten huschen Gürteltiere vorbei. Aber unsere Augen gewöhnen sich an die Dunkelheit und auch wir entdecken immer mehr Tiere. Ab und zu huscht eine Fledermaus dicht über unsere Köpfe. In der Höhle der Fledermäuse wird die Luft noch dicker, man hat das Gefühl, man könne sich Stücke davon abschneiden. Wenn man ganz ruhig ist, hört man die hohen Geräusche, die die Fledermäuse verursachen. Die ganze Decke ist dicht behängt, die Wände sind mit Kot überzogen. Wieder schwanken die Bubos zwischen Faszination und Ekel. Beim Gehege des Ozelot bleibt nur die Faszination übrig. Die wunderschöne Katze liegt direkt hinter der Scheibe und wir können die wunderbare Musterung ihres Felles bewundern.

Einige sind froh, als wir wieder in der frischen „schweizer“ Luft sind. Wie immer haben wir noch Zeit für ein Zvieri, welches wir auf dem Spielplatz mit den vielen Klettermöglichkeiten einnehmen. Hier haben wir noch Zeit zum Schwatzen und das Erlebte, Gesehene und Gerochene nochmals aufleben zu lassen. Danach wird der Souvenir Shop gestürmt. Da locken kuschlige Stofftiere in Form von Faultieren, Nachtaffen und Ozelot, schöne Bilder und Karten mit Schmetterlingen, Tassen mit Motiven aus dem Papiliorama… die grösste Anziehung scheinen aber die doch recht lebensecht aussehenden Spinnen, Schlangen und Skorpione zu haben. Keine Ahnung, wie sehr sich die Eltern über die doch recht lebensecht aussehenden Vogelspinnen und Skorpione gefreut haben….. 🙂

Tatiana Lentze

Leiterin Jugendtierschutz

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