Erdkröten-Exkursion ins Eeriholz

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  2. Kröte 2016

Bubos sind Frühaufsteher
Zur Erdkröten-Exkursion ins Eeriholz trafen wir uns bereits zu früher Morgenstunde.
Beim Treffpunkt am Bahnhof Bern sollten einige Gummifrösche aus meinem
„Fangkübel“ für einen Energieschub sorgen. Wie ich feststellte, war bei den Kindern
vom Bubo-Club jedoch keine Spur von Müdigkeit zu erkennen. Voller Neugier und
Tatendrang ging es mit dem Bus Richtung Einsatzgebiet nach Säriswil. Unterwegs
entdeckten wir auf einem Feld eine Gruppe Feldhasen, die sich nachjagten und auch
einige Amphibienzäune konnten wir bereits vom Bus aus sehen.
Wir haben uns mit Herrn Peter Fluri vom Natur- und Vogelschutz Wohlen verabredet.
Er kennt das Gebiet gut und ist unter anderem zuständig für den Amphibienzaun im
Eeriholz. Nach einem kurzen Fussmarsch über Feld, durch Wald und sogar über
einen kleinen Bach erreichten wir den vereinbarten Parkplatz.
Im ersten Fangkübel fanden die Bubos zwei Raupen, welche sofort gerettet und
zurück in die Freiheit entlassen wurden.
Achtung Strasse!
Herr Fluri erzählte uns, wie es zu diesem Zaun kam. Im März wandern Grasfrösche
und Erdkröten aus ihrem Winterquartier im Wald zum Teich zurück, in dem sie
geboren wurden. Auf dieser Wanderung müssen die Tiere eine Strasse überqueren
und viele von ihnen werden dabei überfahren. Warum die Frösche und Kröten hier im
Eeriholz jedoch immer noch vom Wald auf das gegenüberliegende Feld ziehen,
bleibt rätselhaft. Bereits vor 70 Jahren wurde dieses Feld nämlich entwässert und
wird seither landwirtschaftlich genutzt. Dabei verschwanden die ursprünglichen
Laichweiher. Einzig in einer nahegelegenen Gärtnerei finden Frösche und Kröten
noch eine Möglichkeit zu laichen. In Zusammenarbeit mit Karch Schweiz
(www.karch.ch) wurden nun drei Teiche im Wald gegraben. Diese neuen Teiche
sollen den Fröschen und Kröten das Überqueren der Strasse ersparen. Das Ziel ist
es, dass die Tiere hier laichen. Ganz so einfach scheinen sich die Amphibien aber
nicht umsiedeln zu lassen. Stur gehen sie ihren alten Weg. Natürlich waren wir nun
gespannt, was wir in den restlichen Fangkübel am Zaun entlang finden würden.
Bubo bubo (Eule) hilft Bufo Bufo (Erdkröte)
Der Wissenschaftliche Name der Erdkröte ist Bufo Bufo. Wie passend!
Wer hat schon einmal eine Kröte auf den Händen gehalten? Für uns nicht ein
alltägliches Erlebnis. Und zugegeben, es brauchte etwas Überwindung. Im
Fangkübel fanden wir zwei Erdkröten, die sich fest umarmten. Findet ein Männchen
unterwegs ein Weibchen, steigt es auf ihren Rücken und lässt sich zum Teich tragen.
Grasfrösche machen sich etwa drei Wochen früher auf die Wanderung als Erdkröten.
Und wer kennt nicht das Märchen vom Frosch, der sich in einen Prinzen verwandelt?
Fürs grosse „Frösche-Küssen“ kamen wir jedoch zu spät. Kein Grasfrosch weit und
breit. Aber auch Erdkröten fanden wir kaum. Das Wetter war in den letzten Tagen
sehr trocken. Schlussendlich hatten wir fünf Erdkröten und einen Bergmolch im
Transporteimer. Nicht viele, aber jedes Tier zählt und auf die Wochen gsehen, sind
es dann doch einige, welche so vor dem Tod auf der Strasse geschützt werden
konnten.
Jeden Tag aufs Neue
Bei einem der neuen Teiche im Wald liessen wir die Tiere frei. Eine der Kröten
tauchte ab, durchquerte geradewegs den Teich und streckte ihren Kopf schon wieder
Richtung Strasse. Ganz offensichtlich war dieser Teich nicht ihr Ziel. Herr Fluri
meinte, es sei gut möglich, dass er diese Kröte mehr als einmal aus einem
Fangkübel zum Teich trage, in der Hoffnung, dass sie sich zu dieser neuen Lösung
überzeugen lässt. Ein Erfolgszeugnis fanden wir: Es schwamm Froschlaich im
Wasser. Ob die Grasfrösche, welche nun hier auf die Welt kommen in Zukunft wohl
auch immer wieder hier hin wandern? Oder ist die Wanderung auf das Feld
gegenüber dem Wald tiefer in den Tieren verankert?
Der Laich von Erdkröten schwimmt nicht in einem Klumpen oben auf dem Wasser.
Sie legen ihre Eier in sogenannten Laichschnüren an Wasserpflanzen oder ins
Wasser hängende Ästchen ab.
Es bleibt spannend
Bei uns machte sich der Hunger und bei einigen Kindern auch die Kälte bemerkbar.
Nach einem kurzen Znünihalt kehrten wir um und verabschiedeten uns mit einem
grossen Dankeschön wieder von Herrn Fluri.
Ein Bewegungsspiel unterwegs in einer Waldlichtung und der Fussweg zurück,
wärmte uns wieder auf. Spätestens bei der Bushaltestelle, als wir Witze
austauschten, waren alle wieder wohl auf. Auf der Rückfahrt nach Bern entstanden
neue Ideen, was wir mit dem Bubo-Club noch alles entdecken könnten. Ich freue
mich auf weitere spannende Anlässe. Herzlichen Dank liebe Bubo-Kinder. Ihr seid
super!