Der erste Ausflug im Jahr 2026 führte uns im Mai mit unseren Bubo-Kids in die Wildtierstation nach Utzenstorf. Hier wurde unseren Bubos das Leben der Wildtiere und deren oftmals «schweres» Leben näher gebracht.
Die grosse Frage ist ja «Warum braucht es überhaupt solch eine Einrichtung wie die Wildtierstation?»
In eindrücklichen Erzählungen mit vielen erklärenden Bildern und tierischen Exponaten konnten die Kinder Neues lernen. Vieles wussten unsere Bubos auch schon, weil sie in Sachen Tierschutz mittlerweile einiges gelernt haben. Denn Tierschutz hört nicht bei Hund, Katze, Maus … auf.
Die Wildtierstation nimmt jährlich ca. 3000 geschützte Wildtiere auf, um sie wieder auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten. Sie kommen verletzt oder als verwaiste Tierkinder in die Station. Tiere, wie Hase, Reh, Marder oder Krähe und andere jagdbare Wildtiere dürfen nicht aufgenommen werden.
So wurde den Kindern zunächst einmal das Leben von unseren heimisch lebenden Wildvögeln und Greifvögeln erklärt. Die Kinder durften zunächst erraten um welche Vogelarten es sich bei den präparierten Exponaten handelte und bei den gezeigten Vogelnestern konnten die Kinder diesen das passende Foto des Vogels zuordnen.
In der Wildtierstation werden in der Frühlingszeit (Brutzeit) immer wieder viele elternlose «Nestlinge (haben noch keinen Flaum/Federn)» abgegeben, die praktisch rund um die Uhr von den Pflegern in der Wildtierstation gefüttert und versorgt werden müssen. Es wurde uns gezeigt, wie diese optimal untergebracht sind, damit sie später wieder ein Leben draussen in freier Natur geniessen können. Wir lernten, wie aus Nestlingen dann Ästlinge werden (dies sind Jungvögel, die noch nicht flügge sind aber Nest oder Bruthöhle bereits verlassen und dann auf Ästen sitzen und dort von den Elterntieren weiter gefüttert werden). In der Abteilung für verwaiste Jungvögel durften wir dabei sein und auf Distanz beobachten, wie diese von den Tierpflegern fach- und sachgerecht gefüttert werden. Dies war schon sehr spannend, denn wo sieht man schon einmal, wie diese kleinen Wesen aufgepäppelt werden.
Immer wieder wurde auch darauf hingewiesen, dass man scheinbar hilflose junge Vögel, die draussen auf dem Boden einer Wiese oder Waldweg sitzen, nicht einfach dort wegnehmen soll. In der Regel werden sie immer noch von den Elterntieren gefüttert, bis sie sich allein versorgen können.
Die Greifvögel in der Station werden meist verletzt abgegeben. Sei es, durch Unfälle oder auch Schussverletzungen sind schon vorgekommen. Sobald ihre Verletzungen verheilt sind, kommen sie zunächst in die vorhandenen grossen Flugvolieren, damit sie wieder «das fliegen» lernen und um die Muskulatur zu stärken.
Leider kann nicht immer in jedem Fall einem Tier geholfen werden und es muss dann von seinen Leiden erlöst werden.
Der Igel hat es in unserer heutigen dicht besiedelten Welt oft schwer, weil ihm immer mehr Lebensraum genommen wird. Umso wichtiger ist es daher, dass wir als Mensch darauf achten, diesen noch vorhandenen Lebensraum so igelgerecht wie möglich zu gestalten. Je gepflegter ein Garten, umso schlechter für einen Igel. Hier findet er keine Unterschlupfmöglichkeiten mehr und auch das Futterangebot ist zu klein.
Eine grosse Gefahr sind für Igel die Mähroboter, die leider oft noch in der Dämmerung und Nachtzeit laufen. So landen viele Igel mit schweren Verletzungen in der Wildtierstation und viele sterben auch an den Verletzungen. Auch kommen jedes Jahr viele Babys und Jungtiere in die Station, da die Muttertiere überfahren, getötet wurden (s. Mähroboter). Ein weiterer Grund sind Lungenwürmer, von denen der Igel häufig befallen ist, da sie viel von Schnecken übertragen werden. Bis zu 70 Igel müssen aktuell noch betreut werden, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder an dem Ort auszuwildern, an dem sie gefunden wurden. Es ist wichtig zu wissen, dass Igel mittlerweile auf der Liste der bedrohten einheimischen Tiere stehen und der Mensch dafür Sorge zu tragen hat, dass die Lebensbedingungen für die Igel stimmen.
In der Schweiz gibt es 30 verschiedene Fledermausarten. Auch diese landen immer wieder in der Wildtierstation, weil sie verletzt sind oder die Jungtiere ihre Mütter verloren haben. Die kleinste Art ist die Zwergfledermaus. Sie ist so klein, dass sie in eine normale Streichholzschachtel passt. Es wurde uns gezeigt, wie die Tiere in der Auffangstation gepflegt und gehalten werden. Es wurde erklärt, was man machen kann/muss, sollte man eine flugunfähige Fledermaus finden. Ganz wichtig: nur mit dicken Handschuhen die Tiere anfassen, da sie fest beissen können. Auch mit den Fledermäusen wird ein Flugtraining absolviert, sobald sie wieder fit genug für die Auswilderung sind. Hier konnten wir uns ein kurzes Video anschauen.
Das Personal, welches uns durch die verschiedenen «Wildtier-Welten» führte war auch sehr beeindruckt über das Wissen, das unsere Bubo-Kids bereits hatten und es freute sie enorm wie gut die Kinder bei den Fragerunden interessiert mitgemacht haben.
Abschliessend ist zu erwähnen, dass dies wieder einmal ein spannender und informativer Ausflug in die Welt der Wildtiere war.
Monika Grawe
Mitarbeiterin Tierpflege und Bubo-Club


















